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UNSERE GESCHICHTE

Jurten Aufbau Schafwolle Filz

Eigentlich war 2014 unser Plan, nur ein bis zwei Jahre in Österreich zu bleiben. Lydia und ich hatten das Reisen hinter uns gelassen und wollten unser neues Familienleben mit unserem Baby Orinn ruhiger angehen. Als gebürtiger Belgier stellte ich mir vor, nach einiger Zeit wieder nach Belgien zurückzukehren.

 

Doch unsere Mietwohnung war auf Dauer keine Lösung. Also begannen wir zu überlegen: Wie und wo wollten wir künftig wohnen?
Tipi, Wohnwagen oder doch ein Haus?

 

Die Idee eines eigenen Zuhauses reizte uns sehr. Da ich damals die nötige Zeit hatte, lag es nahe, selbst Hand anzulegen und meiner Leidenschaft – dem Arbeiten mit Holz – zu folgen. Wir wollten ein „Haus zum Mitnehmen“, ein Zuhause, das uns Geborgenheit bietet, ohne dauerhaft an einen Ort gebunden zu sein. In Bezug auf Preis-Leistung und vor allem auf Wohnkomfort war eine Jurte für uns als junge Familie die beste Option.

Ich hatte zuvor noch nie eine Jurte von innen gesehen – trotzdem entschieden wir uns, es einfach anzugehen. Von da an ging alles Schlag auf Schlag: Eine Freundin bot uns einen Platz an, auf dem zuvor bereits ihre Jurte gestanden war, und wir wurden Teil einer Gemeinschaft.

Der Biobauer, bei dem ich damals arbeitete, unterstützte mich mit seiner tischlerischen Erfahrung. Ich durfte seine Werkstatt nutzen und tauschte Arbeits- und Materialstunden gegen Mitarbeit am Feld. Es war eine intensive Zeit.

Terassentür bei e

Wie bei vielen solchen Projekten unterschätzt man den tatsächlichen Aufwand. Umso erleichterter waren wir, als nach einem Jahr endlich alle Teile fertiggestellt waren. Besonders spannend war der Moment des Aufbaus – und die große Frage: Würde alles zusammenpassen?

 

Es passte. Die Jurte stand – und wir standen ziemlich stolz daneben. 

Jurte von Innen
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Draußen kalt, aber innen immer gemütlich warm. Unsere Jurte ist ganzjährig bewohnbar.

Mach doch mal einen Rundgang durch unsere Jurte

Jetzt aber echt!

2019 habe ich entschieden, hauptberuflich als Jurtenbauer selbstständig zu arbeiten – eine aufregende Entscheidung, die ich auch nach sieben Jahren keinen Tag bereut habe. Die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich: vom Tischlern von Türen, Fenstern und Krone, über das Nähen der Textilien und des Filzes bis hin zum Bau von Böden. In jedem Bereich kann ich mich bis ins Detail entfalten. Jede Jurte hat ihren eigenen Charakter und wird individuell nach den Wünschen der Kund:innen gefertigt.

Wir breiten aus...

Mit der Geburt unserer Tochter wurde uns jedoch klar: Zu viert auf 48 m² in einer Jurte zu leben, bringt uns an unsere Grenzen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder Raum für sich haben, um sich frei zu entfalten. Mit Freude an einem neuen Projekt entschieden wir uns daher für den Bau eines Modulhauses, das wir direkt mit der Jurte verbunden haben.

Das Kinderzimmer ist 15 m² groß und wird von beiden Kindern geteilt. Damit dennoch jedes Kind einen eigenen Rückzugsort hat, haben wir die Schlafbereiche als kleine, intime Höhlen gestaltet. Im Durchgang zwischen Modulhaus und Jurte entstand außerdem eine Trocken-Trenntoilette und ein kleiner Lagerraum.

"Frühlingsputz"

Nach neun Jahren Leben in der Jurte beschlossen wir schließlich, ihr einen „ordentlichen Frühlingsputz“ zu gönnen. Wie so oft kam eines zum anderen: Im Sommer 2025 bauten wir die Jurte komplett ab. Ich fertigte eine neue Tür samt Terrassentür, und auch der Boden wurde erneuert – nun besser gedämmt und mit Eichenparkett ausgestattet. 

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